Beeinflusse Satzbau und Syntax

 

 

Wir schreiben Texte, damit der Leser unsere Worte begreift. Damit man sie begreifen kann, müssen wir zum Beispiel wissen, wie hoch die Speicherkapazität von Worten im menschlichen Kurzzeitgedächtnis ist.

 

Mit gerade mal zwölf Silben ist die Informationsaufnahme des handelsüblichen Lesers recht gering. Diese zwölf Silben liest der Rezipient in drei Sekunden.

 

 

Das bedeutet für den Verfasser eines Textes, dass er die logischen und psychologischen Zusammenhänge um nicht mehr als diese zwölf Silben trennen sollte.

  • Verwende für den Hauptsatz keine bis wenige eingeschobene Nebensätze.
  • Sei sparsam mit Attributen zwischen Artikel und Substantiv.

1.      Hauptsatz

 

Der Hauptsatz sollte immer die erste Wahl bei der Texterstellung sein.

 

  •  Wichtig sind temporeiche Sätze und das Wahren der chronologischen Reihenfolge. Damit werden Deine Texte lebendiger.

   2.      Nebensatz

 

Es gibt drei Möglichkeiten Nebensätze einzubinden. Sie können vorangestellt, eingeschoben oder angehangen werden. Wobei 80 Prozent aller Nebensätze angehangen werden. Generell sollten Nebensätze vorangestellt werden, als eingeschoben.

  • Auf zwei Hauptsätze, wenn sie kurz sind, sollte ein Hauptsatz mit angehängtem Nebensatz folgen.
  • Der angehangene Nebensatz sollte nicht zu lang sein, keine Unternebensätze und kein Verb am hinteren Ende des Satzes beinhalten.
  • Es gilt: erst die Hauptsache, dann die Nebensache.

   3.      Attribute

 

Vermeidet so oft es geht Attribute. Attribute sind alle Wörter, die wir zwischen Artikel und Substantiv schieben können, es aber nicht tun sollten.

 

Lesern werden Eigenschaften der Person oder der Sache vorweggenommen, bevor er sie selbst kennt.

 

Alle sinnwidrigen eingefügten Wörter und Informationen sollten nachgetragen werden (nach Gedankenstrich, angehängte Nebensätze)

 

   4.      Nomen

 

Verzichtet auf die Nomenstruktur (auch Bürokratendeutsch) in Texten. Der Nominalstil erfordert immer unansehnliche Präpositionen, welche als Warnsignal für schlechte Sätze gelten. Ein Paradebeispiel des vorgezogenen Objektes könnt Ihr täglich in allen Medien beobachten.

 

Verwende nie ein Substantiv, wo ein Verb stehen kann.

 

Faustregel: Vermeide Einschachtelungen, egal ob Nebensätze, Parenthesen und Attribute. Zerbrich Nominalkonstruktionen und tilge jegliche Präpositionen.

 

Umklammerungsgesetz

 

Es gibt Verben, die aus zwei Hälften bestehen, zum Beispiel „anfangen – Ich fange…. an“. Um das Interesse des Lesers nicht zu verlieren, sollten die zwei Verbhälften nicht mehr als sechs Wörter trennen. Eine Hälfte umklammert das Objekt, die andere ist eine Umstandsangabe. Um das Interesse des Textes dennoch aufrechtzuerhalten, hier einige Anmerkungen:

  • Versucht das trennende Verb durch ein unzertrennliches Verb zu ersetzen.
  • Setzt die Umstandsangaben immer ans Ende.
  • Setzt die zweite Verbhälfte vor das Objekt und die Umstandsangabe.

Jeder Leser hat eine Bedeutungserwartung beim Lesen. Wir bauen uns einen Zwischensinn. Dieser Sinn kann durch Verbhälften, eingeschobene Nebensätze, gehäufte Attribute und nachhinkende Prädikate unklar werden.

 

 

  • Verzichtet auf nachgeschobene Verneinung.

 

  • Platziere Satzglieder sinnvoll: ob Objekt oder Subjekt am Satzanfang, entscheidet, was Neuer ist.

 

  • Vermeidet Sätze mit demselben Subjekt hintereinander. Das schläfert systematisch ein.

 

  •  Wechselt die monotone Satzmelodie von Subjekt – Prädikat - Objekt.

 

  • Beginnt mit einer Inversion (Zeit, - Ort, - Umstandsangabe).

 

 

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