Reize Deine Leser - "Sprachkürze gibt Denkweite.“ Jean Paul

 

Warum werden Texte gelesen?

 

Weil der Inhalt interessant ist? Weil Angst oder ein Reiz den Leser treibt? Weil der Text angenehm zu lesen ist?

 

Ich habe für euch elf grundlegende Tipps für gute Texterarbeit zusammengestellt. Viel Spaß beim Lesen.

 

„Wer nicht eine Millionen Leser erwartet, sollte keine Zeile schreiben.“ (Goethe)

 

Merkmale guter Texte

 

1. Vermeide Floskeln z. B. „zu diesem Zeitpunkt“ -> besser: jetzt.

2. Streiche Füllwörter z. B. eigentlich, einigermaßen, nichtsdestotrotz etc.

 

„Die Klarheit der Sprache besteht nicht darin, dass man zu einem Satz nichts mehr hinzufügen kann, sondern darin, dass man aus ihm nichts wegstreichen kann.“ Isaak Babel

 

3. Streiche zwei von drei Adjektiven:

  • Adjektive weichen den Inhalt auf und vermindern die Klarheit und Kraft der Botschaft
  •  Vermeide redundante Adjektive z. B. „seltene Raritäten“

4. Streiche alles Nichtverständliche und Unlebendige aus dem Text.

 

„Wenn es möglich ist, ein Wort zu streichen- streiche es!“ (George Orwell)

 

5. Meide Modewörter und Klischees z. B. bitterer Ernst, hektisches Treiben oder z. B. bei „roter Teppich“, geht die Bildhaftigkeit verloren.

 

6. Geize mit Silben, je weniger Silben, desto verständlicher die Wörter.

  • Mit der Kürze wächst die Kraft und Anschaulichkeit

7. Streiche überflüssige Wortdreimaster z. B. anmieten, Rückantwort; in beiden Fällen ist die erste Silbe überflüssig.

 

8. Verwende Einsilber: Grundlegende und stärkste Gefühle sind: Geld, Geiz, Neid, Wut, Gier, Glück, Pech, Angst, Qual, Not und Tod.

 

9. Wähle schlichte Worte.

 

„Man brauche gewöhnliche Worte und sage ungewöhnliche Dinge.“ (Schopenhauer)

 

10. Benenne immer die engste Einheit z. B. ergiebiger Niederschlag = Regen.

  •  Beschreibe das Besondere statt des Allgemeinen.
  • Pars pro Toto: das Beispiel anstelle des Ganzen.

11. Hast du die Wahl zwischen zwei Wortgattungen, verwende immer das Verb.

  • Außer bei Untätigkeitsverben z. B. geben, handeln, liegen, herrschen, beinhalten.
  • Kunstverben z. B. hämen, urlauben, dümpeln.
  • Die bessere Wahl ist: murren, foppen, krächzen, lodern, wollen, mögen, sein etc. z. B. im Gewissen herumpopeln

„Der Unterschied zwischen Aktiv und Passiv ist der Unterschied zwischen Leben und Tod.“ W.Zinsser

 

(Laut der Verständlichkeitsforschung werden Texte nicht gelesen, weil der Verfasser nichts Aufregendes mitteilt. Er übt kein Druck auf den Leser. Zudem sind die Form, der Stil und Ausdruck des Textes oft nicht ansprechend.)

 

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